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Park Arenenberg

 

Hortense de Beauharnais  
Hortense de Beauharnais Selbstportrait um 1816

Im Februar 1817 erwirbt Hortense de Beauharnais, die Exkönigin von Holland, das Gut Arenenberg. Sie brachte aus Frankreich nicht nur den exklusiven Geschmack ihrer Familie für Kunstgegenstände und Schlossbauten, sondern auch die Liebe zur Gartenbaukunst mit an den Bodensee.

Im Schloss ihrer Mutter Joséphine, Malmaison, jedoch unabhängig von ihr entwickelte Königin Hortense eine grosse Liebe zur Natur, die sich in der Anlage von verschiedenen Landschaftsparks niederschlug. Lediglich Schloss Malmaison, das grosse Vorbild aller kontinentalen Parkanlagen im englischen Stil, und Schloss Arenenberg, seine verkleinerte Kopie am Bodensee, blieben erhalten. Wie sehr die Königin Gärten liebte, zeigt sich darin, dass sie den Arenenberger Garten plante, bevor sie ihn überhaupt besass.


 

Der Schlosspark
1817 - 1906

Die Eremitage um 1860 

Wer als Gartenbauarchitekt für die Arenenberger Anlage in Frage kommt, lässt sich zum momentanen Zeitpunkt noch nicht endgültig ermitteln. Es spricht viel dafür, dass sie ihre Vorstellungen durch Louis-Martin Berthault, den grossen Gartenbauer Frankreichs, überarbeiten liess, bevor sie den Plan einige Monate später in die Tat umsetzte. Ab 1834 gestaltet ihr Sohn Louis Napoléon zusammen mit Hermann von Pückler-Muskau den Park um und gibt ihm sein heutiges Aussehen.

Dass die Besucher des kaiserlichen Hofes am Untersee die Anlage immer wieder beschreiben, versteht sich eigentlich fast von selbst. So finden sich zu Springbrunnen gefasste Quellen, kaiserliche "Lustgrotten", Eremitagen, eine Nachbildung von Napoleons I. Grab, Wiesen, die zum Picknick einladen. Eine eigene Schifflände im Bereich des heutigen Badeplatzes rundet das Bild ab.

Die entlang des Untersees vermehrt auftretenden Pappeln deuten ebenfalls auf ein "gartentechnisches Gesamtkunstwerk", auch ausserhalb der eigentlichen Arenenberger Anlage, hin. Wissen wir doch, dass erst Königin Hortense den Baum ca. 1830 hier heimisch machte. Sie beabsichtigte damit, die von ihren Gästen immer wieder hervorgehobene Ähnlichkeit zwischen den Buchten des Untersees und dem Golf von Neapel zu verstärken.


Entwicklung 1906 - heute

 

1906 vermacht die Kaiserin Eugénie das Schlossgut Arenenberg aus Dankbarkeit für seine Gastfreundschaft dem Kanton Thurgau. Dieser trennt die Anlage und richtet im Schloss ein Museum und in der Dépendance die Landwirtschaftliche Schule ein. Für den kaiserlichen Park scheint man keine Verwendung mehr zu sehen. Georg Alphons Simon, der letzte kaiserliche und erste kantonale Obergärtner zerstört aber die Anlage nicht, sondern schüttet die gesamten Einbauten absichtlich zu und schützt sie so vor weiterem Vandalismus. Ihm ist es zu verdanken, dass sie heute wieder in ihrer originalen Pracht zu sehen ist.

Teilansicht Park ab 2008

Seit 2008 erstrahlt der Park in alter Frische!

 

Dank der Stiftung Napoleon III. konnte zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Idee einer umfangreichen Untersuchung und Wiederherstellung angegangen werden. 2008 erfolgte die feierliche Eröffnung des restaurierten Herzstücks der Parkanlage. In den folgenden Jahren sollen weitere Schritte folgen, die schliesslich in einer kompletten Wiederherstellung des Zustands um 1835/55 gipfeln.

    

Parkplan Schlossgut Arenenberg